Anal Sex
Neuartige Lustgefühle
Rein sachlich betrachtet ist der Analverkehr das Eindringen des Penis in den After des Partners oder der Partnerin. Doch das ist nur die rein "technische" Seite dieser Praktik! - Emotional betrachtet hat sie natürlich wesentlich mehr zu bieten als den blossen Akt der analen Penetration. Für viele ist diese Art der körperlichen Vereinigung vor allem deshalb so reizvoll, weil sie einen erotischen Grenzbereich darstellt und an ein allgemeines gesellschaftliches Tabu berührt: Der Po ist eine Tabu-Zone und Anal-Sex ist "sündhaft" und "pervers" - oder? Mitnichten! Gegen diese Sexualtechnik ist absolut nichts einzuwenden, wenn bestimmte Regeln befolgt werden. Anale Spiele sind grundsätzlich nichts anderes, als zum Beispiel verschiedene Stellungen, Oralverker oder Spass an verschiedenartigem Erotik-Spielzeug. Nichts, was ein liebendes Paar in gegenseitigen Einverständnis miteinander macht, ist ungewöhnlich und all das bring Abwechslung ins Sex-Life. Vielen gibt aber gerade der Gedanke daran, dass sie beim Analverkehr etwas "Verruchtes", "Verbotenes" tun, den zusätzlichen Kick. Hinzu kommt, dass der Anus zu unseren wichtigsten erogenen Zonen gehört.
Die Analregion ist ein sehr reizempfindlicher Bereich und kann dadurch völlig neue, sehr intensive Lustreize schenken. Bei Frauen liegt der Reiz - neben dem psychologischen "Tabubruch" - vor allem darin, dass Rektum und Vagina nur durch eine dünne Membran getrennt sind; die analen Stimulationsreize werden also eins zu eins auf die vaginale Lustregion übertragen. Sowohl bei Männern, als auch bei Frauen, erzeugt die anale Penetration ein Gefühl der totalen Erfüllung, des Ausgefülltseins.
Viele glauben, Anal-Sex sei nur etwas für homosexuelle Männer - doch weit gefehlt. Schwulen bleibt nicht viel anderes übrig, wenn sie "genommen" werden wollen; heterosexuelle Partnerschaften hingegen haben den grossen Vorteil, dass sie Lust und Erotik sowohl vaginal als auch oral oder eben anal geniessen können.
Keine Frage: Analer Sex ist ein erotischer Grenzbereich - und zwar einer mit sehr viel Lustpotential. Denn wer sich an die Regeln hält und gewisse Sicherheitsaspekte [vor allem Hygiene!] beachtet, für den kann Anal-Sex zum absoluten Genuss werden. Auch vor Schmerzen braucht sich niemand zu fürchten, denn wer bei diesem Thema die nötige Vorsicht und das nötige Verantwortungsbewusstsein walten lässt, für den ist diese Spielart völlig schmerzlos. Es ist eigentlich ganz einfach, diese erotische Technik für sich zu entdecken, wenn man bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Deshalb weisen wir an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, was beim Anal-Sex zur Gefahr werden kann beziehungsweise was als Selbstverständlichkeit gelten sollte:
Gleitcreme ist bei Thema Anal-Erotik Pflicht, genau wie beim Anal-Fisting. Denn der Analbereich sondert kein eigenes Gleitsekret ab, so dass es bei der "trockenen" Penetration zu unangenehmen Reibungsreizen kommen kann. Um reibungslos eindringen zu können ist es also nötig, Gleitcreme aufzutragen. Am besten geeignet sind auch hier fettfreie und wasserlösliche Gleitcremes [kondomfreundlich]. Es gibt sie geruchsneutral, aber auch mit verschiedenen Geschmacks- und Duftnoten. Anal-Sex sollte natürlich immer freiwillig geschehen. Keiner der Partner sollte unter Druck gesetzt werden, denn das führt zu Verkrampfungen und mindert den Genuss auf beiden Seiten enorm.
Niemals Gegenstände in den After einführen, die nicht ausdrücklich dafür vorgesehen sind. Anale Reizmittel, wie sie in guten Erotik-Shops und -Versandhäusern zu beziehen sind, haben gewisse Sicherheitsmechanismen [z. B. die spezielle Form], die ein komplettes Hineinrutschen verhindern; im Gegensatz dazu sind Gegenstände aus dem "Alltagsleben" absolut nicht zur Analstimulation geeignet. Es muss ausdrücklich davor gewarnt werden, diese zu verwenden.
Alle eventuell benutzten Anal-Spielzeuge unbedingt nach dem Gebrauch mit warmem Seifenwasser gründlich reinigen; diese Hygienemassnahme ist wichtig, damit die analen Helfer auch beim nächsten Mal sofort wieder einsatzfähig sind. Gerade beim Anal-Sex können sehr leicht kleinste Verletzungen entstehen. Deshalb ist
es natürlich gerade im Hinblick auf Safer Sex sehr wichtig, spezielle Anal-Kondome zu benutzen, die den Vorteil haben, dass sie etwas dickwandiger und damit reissfester sind.
In einer festen Partnerschaft
In vielen festen Partnerschaften ohne AIDS-Gefahr, in denen Anal-Sex genossen wird, werden dennoch Kondome benutzt, ganz einfach weil es hygienischer ist. Schliesslich befinden sich immer kleine Kotreste im Darm. Wer also Anal-Sex mit einem fremden Partner hat, für den gilt Kondompflicht. Es gibt zu diesem Zweck spezielle Analkondome, die dickwandiger und damit reissfester sind als normale Präservative. Wer möchte, kann vor dem Analverkehr eine Klistier-Spülung machen. Es gibt in der Apotheke zum Beispiel eigens dafür spezielle rezeptfreie Produkte, die aus einer entsprechend darmflorafreundlichen Substanz bestehen. Die Anwendung ist einfach. Teilweise wird Analverkehr in unserer Gesellschaft auch deshalb als "schmutzig" angesehen, weil der Anus wegen seiner Ausscheidungsfunktion als ekelerregend betrachtet wird; dies würde in gewissem Grad natürlich auch für die Geschlechtsorgane gelten - da sie mit der Harnausscheidung in Zusammenhang stehen. Solange die Ausscheidungsorgane jedoch hygienisch sauber gehalten werden, gibt es für diese Bedenken keinen Grund.
Viele Männer schrecken gerade deshalb vor Analverkehr zurück, weil sie Angst davor haben, auf grössere Mengen Kot zu stossen. Diese Bedenken sind jedoch unbegründet, denn Kot wird im Dickdarm gesammelt, nicht im Rektum / Mastdarm. Und viel weiter als bis zum Übergang zwischen Rektum und Dickdarm dringt auch der längste Penis nicht vor. Die anale Penetration ist ein langsamer, zärtlicher und kooperativer Akt, der Verantwortungsbewusstsein, gegenseitiges Vertrauen und Kommunikation voraussetzt. Wer in einer Partnerschaft Anal-Sex ausprobieren möchte, sollte also unbedingt Schritt für Schritt vorgehen und die Technik der langsamen Eingewöhnung und der Dehnung praktizieren. Dabei darf das Tempo nicht zu schnell sein, da der Afterschliessmuskel [Sphinkter] so konzipiert ist, dass er eher Kot nach aussen presst als dass er einen Finger, Dildo oder gar einen Penis einlässt. Je fester man[n] gegen diese Tür drückt, desto fester verschliesst sie sich. Liebe, Behutsamkeit und gegenseitiges Vertrauen sind die besten Voraussetzungen um Analverkehr in einer Partnerschaft für beide Seiten befriedigend zu sein.
Der Körper sollte sich Schritt für Schritt an diese neuartigen Reize gewöhnen können und auch kopfmässig sollte der passive Partner Gelegenheit haben, sich an den Gedanken der analen Penetration zu gewöhnen. Es gibt im Erotik-Fachhandel zum Beispiel Anal-Zapfen, die in jeder Grösse erhältlich sind. Nach und nach soll der After dadurch an den neuartigen Reiz gewöhnt werden. Niemals gleich mit dem grössten Zapfen/Dildo beginnen beziehungsweise nicht sofort beim ersten Mal mit dem gesamten Penis penetrieren, denn so können leicht Verletzungen entstehen und dann ist die Abneigung des Partners gegen Anal-Erotik vorprogrammiert.
Fakt ist: Analverkehr muss man wirklich wollen um ihn geniessen zu können. Ansonsten kontrahiert der Afterschliessmuskel und jeder Penetrationsversuch ist mit Schmerzen verbunden - für beide Seiten. Neben dem oben genannten Gleitmittel ist also vor allem Entspannung eine wichtige Voraussetzung. Ist der innere Sphinkter [zum Beispiel durch eine zärtliche Anal-Massage mit dem Finger] entspannt, kann's losgehen: Der Penis kann langsam vordringen. Dieser ungewohnte Druck kann ein erneutes reflexartiges Zusammenziehen der analen Muskulatur bewirken; spürt der passive Partner jedoch, dass kein Schmerzgefühl eintritt, entkrampfen sich die Muskeln meist automatisch nach etwa einer halben Minute wieder. Während dieser Zeit sollte der aktive Partner verharren und nicht weiter vordringen. Diese Pause ist sehr wichtig, um der Partnerin zu zeigen, dass Sie nichts gegen ihren Willen tun. So hat sie Zeit um sich an den neuartigen Reiz zu gewöhnen. Erst wenn sie signalisiert, dass sie ein tieferes Vordringen wünscht, darf der Penis weiter in den Analkanal vordringen.
Die kritischste Phase ist damit gemeistert, denn der Schliessmuskel ist mit viel Vorsicht und Rücksichtnahme überwunden. Grundsätzlich muss jedes Paar selbst ausprobieren, wie viel Zeit es für sich benötigt um ein schmerzloses Eindringen in den Anus zu erleben. Denn jedes Rektum ist individuell etwas unterschiedlich gebaut - das eine vielleicht grösser und etwas riffeliger oder gekrümmter, ein anderes kleiner und dafür glatt und gerade geformt -, so dass der optimale Eindringwinkel individuell verschieden ist. Bis der Mann weit genug in den Anus eingedrungen ist, können 10 bis 20 Minuten vergehen. Deshalb gilt es, die Erektion währenddessen zu halten - was nicht jedem Mann in der Aufregung gelingt.
Die Eindringtiefe und die Intensität der Bewegungen hängen ganz vom persönlichen Geschmack beider Partner ab. Das eine Paar mag ganz sanfte, kurze Stösse, ein anderes liebt die kraftvolle, tiefe Penetration. Hierzu lassen sich also keine allgemein gültigen Angaben machen. Nur so viel: Ruckartige Bewegungen und zu feste Stösse können schnell zu Verletzungen der empfindlichen Darmschleimhaut führen. Deshalb lieber sanft und langsam eindringen. Auch ob der Mann im Anus des Partners/der Partnerin ejakuliert, hängt von den individuellen Vorlieben ab. Aus medizinischer Sicht ist jedoch gegen die Ejakulation im Rektum nichts einzuwenden. Es sollte aber unbedingt bedacht werden, dass Analverkehr entgegen landläufiger Meinung keine hunderprozentige Sicherheit vor einer Schwangerschaft bietet. Denn es ist sehr leicht möglich, dass das Ejakulat aus dem Anus zurückfliesst und in die Vagina gelangt. Durch diese Rückbefruchtung werden 8 % der Frauen durch Analverkehr schwanger. Zwar wurde Anal-Sex [genau wie orale Sex-Techniken] früher gerne als praktische Verhütungsmassnahme angesehen um eine vaginale Befruchtung zu verhindern, doch wie gesagt: Das Schwangerschafts-Risiko ist durchaus gegeben! Hinzu kam, dass bei der früher viel höheren Geburtenrate pro Frau der anale Eingang für den Mann angenehmer, weil enger als die durch die zahlreichen Geburten gedehnte Vagina war. Übrigens: Analverkehr wurde früher auch gerne praktiziert um die [zumindest vaginale] Jungfräulichkeit der Frau vor der Ehe zu erhalten...
Viele Frauen mögen es, wenn ihr Partner sie während des Analverkehrs zusätzlich klitoral mit dem Finger stimuliert. Wenn die Frau dann einen oder gar mehrere Orgasmen hat, werden die daraus entstehenden Kontraktionen ihres Schliessmuskels zu einer zusätzlichen, sehr angenehmen Stimulation für den Penis, denn der Analkanal wird noch enger. Andere Frauen hingegen empfinden diese Klitorisreize als zu intensiv und sind sensuell überfordert.
Direkt nach der analen Penetration können leichte Irritationen des Schliessmuskels auftreten. Die Kontrolle scheint vorübergehend eingeschränkt zu sein. Meist geht dieses Gefühl jedoch bald wieder vorüber.
WICHTIGE HINWEISE:
Niemals darf der Mann, nachdem er die Frau anal verwöhnt hat, gleich anschliessend vaginal mit ihr verkehren. Das Hin- und Herwechseln ist also tabu. Denn im Darm sind natürliche Bakterien, die jedoch dem Vaginalklima schaden können. Das gilt auch für das Pendeln von Anal-Spielzeugen zwischen Anus und Vagina beziehungsweise zwischen ihrem und seinem Anus: Erst in warmem, mildem Seifenwasser säubern, dann kann der Genuss weitergehen. Überhaupt sollten Vaginal-Dildos und -Vibratoren besser nicht zur Analstimulation genutzt werden, da der Durchmesser der Vaginal-Spielzeuge grösser ist als der zum analen Einsatz. Sowohl vaginale als auch anale Hilfsmittel sind in Form und Grösse speziell an ihren Einsatzort angepasst.
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