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Seemanns Bräute

Seemannsbräute: Besser als jede Frau?
Mit der Hand und ihren Fingern lässt sich der Penis wunderbar rubbeln und reiben. Der Erfolg ist sicher, Höhepunkt und Erguss kommen garantiert. Wer gegen "Fräulein Faust" ankommen will, muss schon mehr können, muss verdammt gut sein. Und das sind sie auch, die zahlreichen künstlichen Lustgrotten, die den Penis massieren und stimulieren, ihn kitzeln und an ihm saugen. Gegenüber der eigenen Hand haben solche Geräte einige Vorteile: Sie machen nicht schlapp, reizen ununterbrochen und ausdauernd. Sie halten ihm die Hände frei, etwa für das Blättern in anregenden Heften und Büchern. Sie vermitteln ihm die Illusion des Eindringens in Vagina, After oder Mund. Sie umschmeicheln das Glied mit einem hautwarmen und elastisch reagierenden Material, geben das Gefühl, in einem leibhaftigen Körper zu stecken. Im Fachjargon heisst ein solcher Apparat Vaginalprothese oder Ersatzbehältnis, im Volksmund Seemannsliebchen. Das verrät die Herkunft dieser Kunstmösen: die Seeschiffahrt mit ihrer wochenlangen Einsam- und Enthaltsamkeit. Schon im Altertum nahmen die Seeleute solche Tröster mit, die meist aus Ziegenhäuten und feinem Leder gearbeitet waren. Es gab auch Ersatzvaginen aus Wachs und solche, in die über eine Pneumatik Öl ins Innere gepumpt werden konnte. Alle, die längere Zeit fraulos dahin-schmachten, nutzten und nutzen solche Hilfsmittel. Das sind neben den Seefahrern vor allem Soldaten und Gefangene, die sich mit derlei Geräten sexuell abreagieren. Im letzten Weltkrieg wurden Seemannsbräute sogar dazu benutzt, um den Gegner zu schwächen, ihn ruhigzustellen. Über feindlichen Schützengräben wurden solche Dinge abgeworfen, in der Hoffnung, dass die Moral der Truppe sinkt.

Zu den besten Kunden der modernen Kunstscheidenindustrie gehören die Fernfahrer, die sich damit nach langer Fahrt vergnügen. Eine Hamburger Sex-Shop-Verkäuferin: "Aus dem Seemannsliebchen ist längst eine Truckerbraut geworden." Wer sich auf solche Art entspannen will, hat die Qual der Wahl. Es gibt Geräte mit einem Vibrationsmotor und/oder einer Pneumatik, und es gibt einfache, die der Mann selbst auf und ab bewegen muss. Es gibt Exemplare in einem technisch nüchternen Design, und es gibt solche in weiblich-anregender Formgebung, beispielsweise mit naturgetreu ausgeformten Labien und aufgeklebten Schamhaaren. Und es gibt etliche mit angedeutetem Bauch, Busen oder Bein. Herzstück aller Arten ist die geschmeidige Lustgrotte aus Latex, die das liebesbedürftige Stück Männlichkeit aufnimmt. Bei den einfachen Formen bewegt die Hand das ganze Gerät, lässt es hin und her gleiten. Sie kann es auch zusammenpressen und damit die Kunstscheide verengen. Viele Männer schwören auf diesen Handbetrieb, weil sie individuell die Bewegungsabläufe bestimmen können und sich nicht dem monotonen Gleichlauf eines Elektromotors ausgeliefert fühlen. Sie können leichter die Ejakulation hinauszögern, können ihr Glied lange steif und erregt in wohliger Umgebung bewahren. Bei Motorgeräten ist entweder der Kraftspender eingebaut oder er wird in Form eines Vibrators in eine zweite Öffnung gesteckt.

Mit einem Gummiball wird die Saugpumpe aktiviert: "Verblüffend! Sobald Sie den Sauger über Ihren Penis stülpen, machen seine Lippen alles fast wie von selbst. Nur die Stärke der Saugbewegungen müssen Sie nach Ihren Wünschen regulieren", heisst es in einem Prospekt. "Nass und rutschig gleiten die Schamlippen auf und nieder, pumpen und saugen immerzu. Faszinierender, als jede Frau - auf welche Weise auch immer - Sie befriedigen kann! Denn nichts umschliesst Sie so fest, kann Sie so verwöhnen. Legen Sie sich auf den Rücken, auf die Seite, knien oder sitzen Sie. Sie machen es Ihnen überall. Heiss und feucht. Ohne müde zu werden oder gar dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist." Der Clou einiger Kunstmuschis ist ein eingebautes Heizkissen, das die Wärme eines feurigen Frauenkörpers imitiert. Das Nonplusultra schliesslich ist eine Injektionsvorrichtung, durch die ein Gleitsekret die weibliche Erregung vorspielt. "Da liegt sie vor Ihnen, herrlich weich, eng und doch zärtlich nachgiebig. Sie wartet nur darauf. Sie tief in sich aufzunehmen. Sie sanft zu umschliessen und dann zu kribbeln und kitzeln, dass endlose Wonneschauer durch Ihren Körper jagen. Sie brauchen sich nur hinzugeben, und Sie werden nach allen Regeln der Kunst verwöhnt (Werbetext)." Also, meine Herren, wählen Sie Ihre "Vaginette", "Lust-Muschi" oder "Mini-Lady" aus, lassen Sie "Das geile Rohr" oder den "Masseur" (und wie all diese Wunderdinger heissen mögen) ran. Probieren Sie's nicht mit dem Staubsauger - das kann üble Folgen haben.

Vaginalprothesen werden nicht nur von masturbierenden Männern benutzt, sondern sind auch ein Element in vielen Sexspielen zu zweit. Die pneumatische Luftmassage hilft, ein schlappes Glied wieder in Form zu bringen. Von originellen Vor-Spielen mit der Seemannsbraut erzählt eine Ehefrau: "Er füllte einmal Honig in die Öffnung und liess darin seinen Schwanz vibrieren. Hmmm, schmeckte der hinterher lecker! Auch mit Sirup ist das eine süsse Sache, mit Whisky eine scharfe. Wenn sich das dann noch mit seinem Sperma in meinem Mund mischt, ist das ein einzigartiger Cocktail."

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